Wenn du alleine wohnst, hast du vielleicht nur deinen inneren Schweinehund zu überwinden, um regelmäßig auszumisten. Doch sobald du mit einem Partner oder einer Familie zusammenlebst, scheint Minimalismus mit Kindern eine unüberwindbare Hürde zu sein.

Minimalismus mit Kindern: So klappt es ohne Verzicht

Minimalismus mit Kindern stärkt das Wir-Gefühl in der Familie und hilft den Kindern, Verantwortung zu übernehmen. Außerdem weckt es ihre Kreativität. Doch wie lässt sich das im hektischen Alltag praktisch umsetzen?

Wenn du alleine wohnst, hast du vielleicht nur deinen inneren Schweinehund zu überwinden, um regelmäßig auszumisten und mit weniger zu leben. Doch sobald du mit einem Partner oder einer Familie zusammenlebst, scheint Minimalismus eine unüberwindbare Hürde zu sein.

Viele geben bereits auf und behaupten, dass es schlicht unmöglich sei. Aber stimmt das wirklich? Man kann überflüssige Dinge reduzieren, auch wenn man oft Kompromisse eingehen muss. Mit etwas Kreativität und Überzeugung, dass es der richtige Weg für euch ist, ist das machbar.

In diesem Artikel erfährst du, wie du am besten vorgehst und warum so ein einfaches Leben mit Kindern mehr Glück und Zufriedenheit bedeutet. Du findest auch praktische Tipps, um diesen Lebensstil nachhaltig in euren Alltag zu integrieren.

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Warum Kinder Minimalismus brauchen

Manche Kinderzimmer sind überfüllt mit Spielsachen. Viele befürchten, dass ein Leben mit weniger gar schädlich für die Entwicklung der Kinder sei. Ganz im Gegenteil! Zuviel Spielzeug kann den Nachwuchs überfordern. Für eine gute und gesunde Entwicklung sind wenig bis keine Spielsachen nötig. Freies Spielen ist ein wahrer Entwicklungsmotor, denn dadurch entstehen im Gehirn neue Verknüpfungen in den Nervenbahnen. Dennoch sind Spielsachen nichts Schlechtes, wenn sie angepasst sind an das Alter der Kinder.

Eine Grundlage für Minimalisten bildet das Ausmisten, was zugleich hilft, die Wohnung ordentlich zu halten. Es kann laut der Studie die geistige Entwicklung von Kindern beeinträchtigen, wenn sie im Chaos Zuhause leben.

Beim Minimalismus lernen die Kinder, sich besser um das zu kümmern, was sie haben. Dadurch werden sie verantwortungsvoller im Umgang mit ihren Sachen. Sie gehen eher achtsam mit Ressourcen um, indem sie weniger konsumieren und weniger Abfall produzieren.

Es ist gut für die Geldbörse, wenn sie lernen, ihre Bedürfnisse und Wünsche aufzuschieben. So lernen sie ihr Taschengeld nur auszugeben für Dinge, mit denen Sie lange Freude haben.

Wie fängt man an, minimalistisch zu leben?

Die “anderen” scheinen immer mehr zu haben: Schon früh wird dein Kind auf dich zukommen und erzählen, welche großartigen Geschenke ihre Freunde erhalten haben. Hier kommen wir als Eltern als Vorbilder ins Spiel. Wir können ihnen vermitteln, dass Verzicht, selbst wenn man es sich leisten könnte, nicht mit Mangel oder Geiz gleichzusetzen ist. Durch unser Beispiel erfahren sie, dass wahres Glück nicht in materiellen Besitztümern liegt, sondern in gemeinsamen Erlebnissen, Beziehungen und geteilten Werten.

Doch wie setzen wir diese Philosophie in der Praxis um? Hierbei kann es hilfreich sein, die Familienwerte visuell darzustellen:

  1. Überlegt euch gemeinsam, welche Werte ihr als Familie leben möchtet. Es ist hilfreich, diese Werte auszusprechen, wenn ihr alle zusammen seid. Vielleicht ist es das “Zuhören”, das “Entdecken neuer Dinge” oder etwas ganz anderes.
  2. Wir haben einen Leuchtturm zum Ausmalen ausgedruckt und unsere Familienwerte in die verschiedenen Abschnitte des Bildes geschrieben. Vielleicht präsentiert ein Schiff oder ein Berg eher eure Familienwerte, das liegt ganz in eurer Hand.
  3. Nachdem wir den Leuchtturm ausmalten, brachten wir ihn gut sichtbar in der Nähe des Esstisches an.

So erinnern wir uns als Familie täglich daran, was uns wirklich wichtig ist. Diese Werte sind immateriell, aber von großer Bedeutung. Wenn wir wissen, was wirklich zählt, wird es leichter, minimalistisch zu leben und Ballast loszulassen. Selbst Kleinkinder können dieses Konzept verstehen, besonders wenn es von den Eltern vorgelebt wird.

Tipps bei zu vielen Geschenken

Was ich beobachte, ist, dass viele Kinder häufig Geschenke erhalten, nicht nur zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder Feiertagen. In unserer Familie haben wir beschlossen, Geschenke nur zu speziellen Gelegenheiten zu machen. Dadurch steigt die Vorfreude und die Kleinen lernen eher, zu warten. Eine wichtige Fähigkeit, die wir im Alltag immer wieder brauchen.

Eine Herausforderung für viele sind jedoch die vielen Anlässe für Geschenke. Onkel, Tanten, Omas und Opas lieben es einfach, Kinder mit Spielzeug zu überhäufen. Diese Gesten sind zwar nett und die Kleinen freuen sich darüber, aber oft ist es die Menge, die überwältigt, und in den meisten Fällen sind die Geschenke nicht wirklich notwendig.

Es ist eine gute Idee, vor solchen Anlässen gemeinsame Alternativen mit den Verwandten zu überlegen. Geschenke, die verbraucht werden können, wie Bastelsachen, Krepppapier, Badebomben, Seifenblasen, Kreide und ähnliches, sind toll. Eine andere Möglichkeit ist, ein großes Geschenk vorzuschlagen, an dem sich alle beteiligen können.

Vielleicht sind Geldgeschenke für das Kinderdepot oder Goldmünzen für Kinder eine passende Idee. Dies dient zu Vorsorge und verfällt langfristig nicht im Wert.

Teilt Familienmitgliedern und Freunden mit, dass ihr eine minimalistische Spielzeugphilosophie habt und bittet sie, stattdessen Erlebnisse oder andere nicht materielle Geschenke zu schenken, wie einen Besuch im Tiergehege, einen Kinofilm oder der Bau einer Baumhauses im Wald. Darüber würden sich auch die Eltern freuen.

Gemeinsam ein Baumhaus bauen ist ein schönes Erlebnis
Gemeinsam mit Onkel und Tanten ein Baumhaus bauen ist ein wunderschönes Erlebnis

Spielzeug und Minimalismus mit Kindern: ein Widerspruch?

Auch mit Spielzeug lässt sich das Leben minimalistisch gestalten. Indem ihr die Spielzeugmenge bewusst reduziert und hochwertige, vielseitige Spielzeuge auswählt, fördert ihr die Kreativität und Fantasie eurer Kinder. Hier sind weitere Ideen und Anregungen, wie ihr Spielzeug minimalistischer gestalten könnt:

✔️Gemeinsam aussortieren: Nehmt euch regelmäßig Zeit, um gemeinsam mit den Kindern das vorhandene Spielzeug durchzugehen. Fragt sie, welche Spielzeuge sie wirklich lieben und welche sie nicht mehr so sehr interessieren. So können sie aktiv am Prozess teilnehmen und fühlen sich in die Entscheidung einbezogen.

✔️Rotationsprinzip: Lagert einen Teil des Spielzeugs aus und wechselt es regelmäßig aus. Auf diese Weise bleibt das Spielzeug interessant und fühlt sich jedes Mal wie etwas Neues an.

✔️ Leihen statt kaufen: Bücher, Spiele und sogar Hörbücher könnt ihr in der lokalen Bücherei um kleines Geld leihen statt kaufen. So lernen die Kleinen auch, dass nicht der Besitz glücklich macht, sondern das Erlebnis.

✔️Multifunktionale Spielzeuge: Entscheidet euch für Spielzeuge, die verschiedene Spielmöglichkeiten bieten oder mehrere Fähigkeiten gleichzeitig fördern. Zum Beispiel Bauspielzeuge, die nicht nur die Kreativität, sondern auch die Feinmotorik und Problemlösungsfähigkeiten entwickeln.

✔️Freiraum schaffen: Schafft einen speziellen Bereich im Haus, der für kreatives Spiel reserviert ist. Weniger Spielzeug bedeutet oft auch mehr Raum für Fantasie und freie Entfaltung.

✔️Spenden oder weitergeben: Überlegt gemeinsam, welche Spielzeuge ihr spenden oder an andere Kinder weitergeben könnt, die sie brauchen könnten. Dies fördert ein Gefühl der Großzügigkeit und sozialen Verantwortung.

✔️Digitale Bildschirmzeit reduzieren: Ihr könnt die Einstellungen auf den digitalen Geräten der Kinder nutzen, um festzulegen, welche Apps sie wie lange nutzen dürfen. Diese vor eingestellten Grenzen unterstützen euch dabei, eure Entscheidungen konsequent in den Alltag zu integrieren.

✔️Spielzeug selbst machen: Spielzeug selbst herstellen mit den Kleinen macht viel Spaß und kostet wenig. Selbstgemachte Knete (die sogar essbar ist) oder sprudelnde Badekugeln sind herrliche Beispiele dafür.

Minimalistisches Kinderzimmer

Minimalismus in der Freizeit

Minimalismus mit Kindern geht über das Reduzieren von Spielzeug hinaus und kann auch eine bewusste Gestaltung der Freizeit bedeuten. Zu viele Verpflichtungen führen oft zu mehr Stress als Spaß. Wusstest du, dass das Übernehmen einer kleinen Aufgabe im Haushalt das Kind mehr fördert als Kurse im Klavierspielen oder Ballett?

Viele Verpflichtungen im Alltag lassen sich reduzieren. Das entschleunigt die ganze Familie. Wenn Kinder weniger strukturierte Aktivitäten haben, bekommen sie die Möglichkeit, ihre Kreativität zu entfalten. So lernen sie, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und entdecken ganz von selbst, was wirklich Wesentlich in ihrem Leben ist.

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