Das individuelle Humankapital ist die Summe aus dem voraussichtlichen Einkommen bis zum Eintritt ins Rentenalter. Dieser Rechner hilft dir dabei, es zu berechnen:

Humankapital in 5 Minuten verstehen und berechnen

Dein individuelles Humankapital ist dein Einkommen von jetzt an bis zu deinem Eintritt ins Rentenalter.

Reduziert diese Betrachtung den Menschen nicht auf eine rein ökonomische GrĂ¶ĂŸe? Dieser Artikel beleuchtet, warum der Begriff selbst fĂŒr Minimalisten positiv sein kann, wie du dein Humankapital mit unserem Rechner berechnest und wie du es erhöhen kannst.

Minimalisten reduzieren Besitz und konzentrieren sich auf innere Werte wie UnabhĂ€ngigkeit. Das Wesentliche ist fĂŒr das bloße Auge unsichtbar, das gilt ebenso fĂŒr das Humankapital – es umfasst weit mehr als nur finanzielle Aspekte. Es ist das Wissen, die Erfahrung, das Netzwerk und die Motivation einer Person. Dieses Kapital stĂ€rkt deine UnabhĂ€ngigkeit, ganz egal wie hoch dein Kontostand ist.

Was ist Humankapital?

Das Humankapital reprĂ€sentiert den Wert deiner Arbeitskraft bis zu deinem Renteneintritt. Du kannst es mit unserem Rechner ausrechnen und dabei potenzielle Gehaltserhöhungen berĂŒcksichtigen. Der Betrag wird danach mit der erwarteten Inflation “abgezinst”.

“Abgezinst” bedeutet, dass zukĂŒnftige Einkommen auf ihren heutigen Wert reduziert werden. Dies dient dazu, um eine realistischere EinschĂ€tzung des gegenwĂ€rtigen Werts dieser zukĂŒnftigen Einnahmen zu erhalten.

Viele sind ĂŒberrascht, dass das Ergebnis des Rechners das eigene Vermögen bei Weitem ĂŒbersteigt, besonders wenn der Rentenbeginn noch viele Jahre entfernt ist.

Warum das Humankapital berechnen?

Es ist durchaus sinnvoll, das Humankapital zu berechnen und es in Relation zu setzen mit dem eigenen Vermögen. FĂŒr 90 % der Menschen stellt es den sichersten und grĂ¶ĂŸten Posten des Vermögens dar. Das beruhigt doch etwas, wenn die Börsenkurse sinken, oder?

Oft ĂŒbersehen nĂ€mlich Menschen das Humankapital bei ihrer Vermögensaufteilung. So wĂ€re es denkbar, dass du ein deutlich höheres Risiko eingehst und den Anteil an Aktien-ETF in der Asset-Allokation erhöhst, weil du ja einen stabilen Hintergrund hast.

Jede Investition in Selbstentwicklung und persönliches Wachstum zeigt fĂŒr gewöhnlich die höchste Rendite, sei es durch ein höheres Einkommen oder durch eine profitables Zusatzeinkommen. Auch die Entwicklung von “Soft Skills” wie Empathie und KritikfĂ€higkeit können das Humankapital steigern.

Ein Beispiel aus der Praxis zeigt den Effekt: Mit einem Masterstudium verdient man im Durchschnitt um 250 Euro mehr als mit einem Bachelorstudium. Investierst du das Jahr extra fĂŒrs Studium, wirst du voraussichtlich um 100.000 € mehr verdienen bis zur Rente. Arbeitest du 5 Jahre lĂ€nger, verdienst du sogar um 300.000 € mehr.

Das Humankapital nimmt mit dem Alter ab und zeigt, wie wichtig es ist, sich auf die Altersvorsorge zu konzentrieren. In der Rentenphase, in der kein aktives Einkommen mehr generiert wird, kannst du auf deine private Vorsorge zurĂŒckgreifen.

Es unterstreicht die Notwendigkeit einer BerufsunfÀhigkeitsversicherung, um den wichtigsten Vermögenswert in deinem Portfolio ausreichend abzusichern. Dabei geht es in der Regel um viel Geld. Was erklÀrt, warum der Abschluss vergleichsweise anspruchsvoll und kostenintensiv ist.

Wie kannst du dein Humankapital erhöhen?

Diese einfachen Schritte helfen dir, dein Humankapital zu steigern und langfristig erfolgreicher in verschiedenen Lebensbereichen zu werden:

Investiere in Bildung

Investiere in Bildung und steigere so dein Humankapital
Zertifikate und offizielle AbschlĂŒsse ermöglichen oft ein höheres Einkommen

Sei es durch Kurse, Workshops oder Schulungen: Mehr Wissen und Qualifikationen erweitern dein Humankapital und machen dich wertvoller auf dem Arbeitsmarkt. Setze klare Lernziele fĂŒr dich. Es können kleine Schritte sein, aber mit der Zeit tragen sie dazu bei, dein Humankapital stetig zu steigern. Nutze Online-Ressourcen. Es gibt viele kostengĂŒnstige oder sogar kostenlose Plattformen, auf denen du neue FĂ€higkeiten erlernen kannst.

Baue aktiv Beziehungen auf

Baue aktiv Beziehungen zu Kollegen, Vorgesetzten und Fachleuten auf.
Ein starkes Netzwerk macht Spaß und ist hilfreich

Ein starkes Netzwerk kann dir bei beruflichen Chancen und der Entwicklung deines Humankapitals helfen. Sei aufgeschlossen und zeige Interesse an anderen Menschen. Networking geht ĂŒber das bloße Sammeln von Kontakten hinaus – es geht um echte Verbindungen. Nutze soziale Medien, um dein Netzwerk zu erweitern. Plattformen wie LinkedIn können wertvolle berufliche Kontakte ermöglichen.

Arbeite an deinen sogenannten “Soft Skills”

Arbeite an deinen sogenannten "Soft Skills"
Soft Skills sind wichtig fĂŒr effektive TeamfĂŒhrung

Skills wie Kommunikation, Teamarbeit und Problemlösung sind wertvoll. Diese FĂ€higkeiten sind genauso wichtig wie technische Kenntnisse. Setze klare Ziele fĂŒr deine persönliche Entwicklung. Überlege, welche FĂ€higkeiten dich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich voranbringen. Sei bereit, Feedback anzunehmen und kontinuierlich an dir zu arbeiten. Die Entwicklung von Soft Skills ist ein fortlaufender Prozess.

Achte auf mentale Gesundheit

Stell dir vor, wie befreiend es wÀre, wenn wir mit nur einer einfachen Einstellung in unserem Betriebssystem in den Flugmodus wechseln könnten. Plötzlich verstummen die unzÀhligen Benachrichtigungen, E-Mails und WhatsApp-Gruppen, die unablÀssig nach unserer Aufmerksamkeit verlangen. Wir können endlich abschalten und uns auf das Wesentliche im Leben besinnen: den Augenblick, das Hier und Jetzt.
Abschalten hilft dabei, Burnout und Stress zu vermeiden

Ein gesunder Geist ist essenziell fĂŒr eine hohe LeistungsfĂ€higkeit und trĂ€gt somit zum Humankapital bei. Mache regelmĂ€ĂŸig Pausen und gönne dir Erholung. Burnout und Stress können das Humankapital beeintrĂ€chtigen, also sei achtsam im Umgang mit deiner Energie.

Betreibe regelmĂ€ĂŸig Sport

Yoga fördert die Beweglichkeit und Fitness

Betreibe Sport und achte auf eine ausgewogene ErnĂ€hrung. Gesunde Gewohnheiten tragen dazu bei, dein Humankapital langfristig zu stĂ€rken. Das bedeutet natĂŒrlich auch, wenig Alkohol zu trinken und keine Drogen zu konsumieren. Am besten, du hörst mit dem Rauchen auf.

Kritik am Humankapital

Im Jahr 2004 wurde “Humankapital” in Deutschland zum Unwort des Jahres ernannt. Die Jury erklĂ€rte, dass diese Bezeichnung den Menschen auf eine rein ökonomische GrĂ¶ĂŸe reduziere. TatsĂ€chlich könnte der Eindruck entstehen, dass vieles, was unser Leben bereichert, das Humankapital senkt. Beispielsweise ist das Humankapital von Frauen geringer, weil sie oft in Teilzeit arbeiten und sich um Kinder und Angehörige kĂŒmmern. Ältere Menschen besitzen ebenfalls wenig Humankapital.

Wenn man den Menschen ausschließlich auf die Summe X reduziert, begeht man tatsĂ€chlich einen Irrweg. Betrachtet man das Humankapital positiv, zeigt es, dass Investitionen in dieses Kapital besonders rentabel sind. Stehst du also vor der Wahl zwischen einer Investition in dich selbst oder dem Kauf von Aktien, wĂ€hle die Investition in dich. Sie wird dein Humankapital steigern und ein weit grĂ¶ĂŸerer Hebel auf dein Vermögen sein, als es ein Anteilschein an einem Unternehmen je sein könnte.

Fazit

Humankapital ist mehr als nur ökonomischer Wert; es umfasst Wissen, Erfahrung und Motivation. Es ist von großer Bedeutung, besonders fĂŒr Minimalisten. Es zeigt eindrĂŒcklich, dass Investitionen in dich selbst, nachhaltig dein Humankapital steigern. Mit zunehmendem Alter nimmt es ab, was die Wichtigkeit der Altersvorsorge unterstreicht. Einfache Schritte wie Bildung, Netzwerken und Soft-Skill-Entwicklung helfen, es zu steigern. Kritik am Begriff ist berechtigt, aber die positive Sichtweise zeigt: Investitionen in Humankapital sind besonders rentabel, wirksamer als mancher Vermögenswert.

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