Getrennte Konten mit Kindern

Getrennte Konten mit Kindern: Eine praktische Lösung

Geld ist das Streitthema Nummer 1 bei Familien. Das ist nicht ĂŒberraschend. Schließlich mĂŒssen wir jeden Tag ĂŒber die gemeinsamen Finanzen entscheiden. Einige Paare mit Kindern bestehen auf getrennte Konten. Sie wollen die Finanzen unabhĂ€ngig voneinander fĂŒhren. Vielleicht gehört ihr ja auch dazu. Es gibt Möglichkeiten, die Familienfinanzen auch bei diesem Kontenmodell alltagstauglich zu regeln. Hier erfĂ€hrst du die besten Tipps dafĂŒr.

Mehr zum Thema Familienfinanzen und die grĂ¶ĂŸten Fehler, die du dabei begehen kannst, findest du in diesem Artikel.

Einkommensausgleich finden bei getrennten Konten mit Kindern

In einer Partnerschaft tritt hĂ€ufig zumindest einer beruflich zurĂŒck, um die Kinder zu erziehen. Bei getrennten Konten sollte hier ein Lohnausgleich stattfinden. Der Partner, der auch nach der Geburt in Vollzeit arbeitet, ist fĂŒr die Ausgleichszahlung verantwortlich.

Ein Beispiel: Partner B verdient um 500 Euro weniger pro Monat, seit dem er in Teilzeit arbeitet und die Kinder erzieht. Partner A erstattet 70 % des Einkommensverlustes (350 Euro pro Monat), weil sie 70 % des Gesamteinkommens verdient hat vor der Geburt.

Newsletter

Mit unserem wöchentlichen Newsletter erhÀltst du die neuesten

Minimalismus-Ideen kostenlos per Mail.

✅ Minimalismus

✅ Geld sparen

✅ Finanzielle Freiheit

Ausgaben nach Einkommen aufteilen

Aber nicht nur der Einkommensverlust sollte ausgeglichen werden. Viele Paare empfinden es auch als gerecht, dass die gemeinsamen Ausgaben wie Miete oder Lebensmittel nach Einkommenshöhe aufgeteilt werden.

Wie setzt du das um? Bleiben wir im Beispiel oben: Die neuen Einkommen von Partner A und Partner B dienen als Basis dafĂŒr, die Ausgaben nach Einkommen zu teilen. Verdient Partner A 60 % des gemeinsamen Einkommens nach Ausgleichszahlung an Partner B, dann steuert sie 60 % der Ausgaben bei.

Rechner Einkommensausgleich fĂŒr Kindererziehung

Damit du nicht gleich den Taschenrechner zĂŒcken musst, habe ich dir hier einen praktischen Rechner erstellt.

Wie wird die Kostenaufteilung umgesetzt, mit getrennten Konten?

Du siehst schon, bei getrennten Konten ist das disziplinierte FĂŒhren eines Haushaltsbuches und viel Rechnerei nötig, um eine faire Lösung zu schaffen. Mittlerweile gibt es zahlreiche praktische Apps, die eine Aufteilung erleichtern.

Gemeinsames Ausgabenkonto einrichten (Das 2 + 1 Kontomodell)

Du könntest ein gemeinsames Ausgabenkonto fĂŒr deinen Partner und dich einrichten. Über dieses Konto bezahlen du und dein Partner fortan alle eure gemeinsamen Ausgaben. Das Konto ist wirklich nur fĂŒr Ausgaben gedacht. Der monatliche ETF-Sparplan fĂŒr die Altersvorsorge wird weiterhin von den persönlichen Konten eingezogen.

Gratis Girokonto eröffnen bei Comdirect

Comdirect bietet ein kostenloses Gehaltskonto – ohne “StrafgebĂŒhren” mit Girokarte (Debitcard) und Visa Debitcard. Um deine Finanzen ĂŒbersichtlich zu strukturieren, kannst du auch kostenlos Unterkonten eröffnen. Mit Wechselservice von deiner Bank.

Kosten aufteilen mit Finanz-Apps

Mittlerweile gibt es viele Finanz-Apps am Markt, die helfen bei der Kostenaufteilung mit getrennten Konten. Hier eine Auswahl:

Splitwise

Hier erfasst ihr all eure Ausgaben und teilt sie am Ende des Monats schön ĂŒbersichtlich auf. Es ist möglich, eine andere Teilung einzustellen als 50:50. Somit ist auch eine Aufteilung nach Einkommen möglich. Freunde und Kinder könnt ihr auch einladen, um gewisse Kosten untereinander zu splitten. Die App ist kostenlos. Bequem kannst du per Paypal BetrĂ€ge begleichen.

Splitwise on Google Play Store

Splitwise on App Store

Tricount

Auch die App Tricount bietet eine ansprechende, intuitive BenutzeroberflĂ€che. Die App ist kostenlos und verbunden mit Paypal. Rechnungen hinzufĂŒgen ist unkompliziert per Foto möglich. Einfach den Link zu Tricount mit deinem Partner teilen, und der kann auch die seine Kosten hinzufĂŒgen.

Tricount on Google Play Store

Tricount on App Store

Splid

Eine weitere App, die auch excel und pdf Export gegen Bezahlung bietet, ist Splid. Ansonsten ist die App kostenlos. Auch hier ist ein ungleiches Aufteilen der gemeinsamen Kosten denkbar.

Splid on Google Play Store

Splid on App Store

Musst du Schenkungssteuer bezahlen fĂŒr den Einkommensausgleich?

Beachte auch die Schenkungssteuer beim Einkommensausgleich. Alle Überweisungen, die einen Freibetrag von 20.000 Euro bei unverheirateten Paaren und 500.000 Euro bei verheirateten Paaren innerhalb von 10 Jahren ĂŒbersteigen, mĂŒssen versteuert werden. Eine Ausnahme besteht nur, wenn die Kosten alleine fĂŒr die Lebenshaltung und nicht fĂŒr den Vermögensaufbau des Partners verwendet wird. Das musst du jedoch schriftlich festhalten und beweisen.

Freistellungsauftrag bei getrennte Konten

Jeder Sparer erhĂ€lt Kapital- und ZinseinkĂŒnfte von bis zu 801 Euro pro Jahr steuerfrei, Ehepartner bekommen zusammen 1.602 Euro.

Du kannst gemeinsam oder getrennt von deinem Partner einen Freistellungsauftrag beantragen. Nur der gemeinsame Freistellungsauftrag muss von beiden unterschrieben werden.

Es ist also möglich, fĂŒr jedes Konto je einen Einzelfreistellungsauftrag zu beantragen. Du brauchst fĂŒr dein Konto nur deine Steuer-ID.

Du könntest auch den Freistellungsauftrag aufteilen, wenn du mehrere Konten hast. In Summe darfst du nur nicht mehr als 801 Euro alleine bzw. 1.602 Euro zusammen beantragen.

Eine Konto-Vollmacht fĂŒr den Ernstfall

Keiner beschĂ€ftigt sich gerne mit Themen wie Tod und Krankheit. Eine gute Vorsorge ist aber wichtig, vor allem, wenn du Kinder hast. Ein Baustein dafĂŒr ist die Konto-Vollmacht.

Stell dir vor, dein Partner hat einen Autounfall und liegt viele Monate im Krankenhaus. Er ist nicht mehr ansprechbar. Alle wichtigen Überweisungen wie die gemeinsame Miete oder KreditrĂŒckzahlungen laufen ĂŒber sein Konto.

Was bedeutet es fĂŒr dich, wenn du in dieser schwierigen Zeit keine Rechnungen mehr bezahlen kannst?

Bei all der Trauer und dem Schock möchtest du wahrscheinlich nicht noch finanzielle Probleme haben. Daher ist es sinnvoll, du sorgst schon heute vor. Wenn ihr getrennte Konto habt, dann ist eine gegenseitige Konto-Vollmacht das richtige. Damit könnt ihr im Notfall wichtige Zahlungen ausfĂŒhren.

Das Gemeinschaftskonto oder ein 3-Konten-Modell als Alternativen

Ein Gemeinschaftskonto ist besonders geeignet fĂŒr Ehepaare, wenn sich ein Partner nicht zu sehr mit den Finanzen beschĂ€ftigen möchte. Dann ĂŒbernimmt zumindest der andere die HaushaltsbuchfĂŒhrung, die gemeinsamen Finanzen und die Altersvorsorge. Doch auch dieses Modell hat Nachteile. Vor allem, wenn einer viel mehr konsumiert als der andere.

Beim 3-Konten-Modell fließen die gemeinsamen Einnahmen und Ausgaben auf ein Konto. Was dann nach den gemeinsamen Kosten ĂŒbrig bleibt, wird geteilt und dann an die jeweiligen persönlichen Konten ĂŒberwiesen. Somit hat jeder sein Budget, das er fĂŒr die Altersvorsorge nutzen oder einfach fĂŒr Konsum ausgeben kann. Aber auch dieses Modell hat Nachteile.

Bei allen Kontomodellen ist die Schenkungssteuer ein Thema.

Welche Auswirkung hat eine Ehe auf die Familienfinanzen?

Bei der Scheidung einer Ehe gilt die Zugewinngemeinschaft. Es wird daher berechnet, wie viel jeder Partner am Beginn und am Ende der Ehe besitzt. Die HĂ€lfte der Differenz davon wird jedem Partner zugesprochen.

Beispiel:

Partner APartner B
Vermögen bei Eheschließung50.000 Euro50.000 Euro
Vermögen bei Scheidung100.000 Euro20.000 Euro

Wertentwicklung Partner A: 100.000 Euro – 50.000 Euro = 50.000 Euro Gewinn
Wertentwicklung Partner B: 20.000 Euro – 50.000 Euro = – 30.000 Euro Verlust

Partner A muss Partner B 25.000 Euro (die HĂ€lfte des Gewinns) + 15.000 Euro (die HĂ€lfte des Verlusts) ausgleichen und zahlt somit 40.000 an Partner B bei Scheidung.

Ausgenommen hiervon sind Erbschaften wÀhrend der Ehe. Diese werden alleine dem Erben zugerechnet und behandelt, als wÀren sie eingebracht zu Beginn der Ehe. Nur die Wertentwicklung der Erbschaft wÀhrend der Ehe wird wieder geteilt.

WĂ€hrend der Ehe gilt jedoch die GĂŒtertrennung. Jeder Ehepartner kann sein eigenes Vermögen verwalten, ohne den anderen um Erlaubnis zu bitten. Kein Partner haftet fĂŒr die Schulden des anderen, es sei denn, die Bank verlangt das bei der Kreditaufnahme mit Unterschrift. Nur beim gemeinsamen Konto haftest du fĂŒr die Schulden des anderen auf diesem Konto.

Falls du nicht verheiratet bist, du und dein Partner unterschiedlich verdient oder ihr Kinder habt, dann ist ein Partnerschaftsvertrag eine gute Alternative.

Entscheidungsbaum Kontenmodell

Entscheidungsbaum Kontenmodell

Extratipp: Ein ETF-Sparplan am Anfang des Monats

FĂŒr alle Kontenmodelle gilt: Gleich am Anfang des Monats einen ETF-Sparplan einzurichten, ist sehr sinnvoll. Denn wenn du dir diese Abbuchung zur Gewohnheit machst, bleibst du eher am Ball. Sogar kleine BetrĂ€ge lassen sich gewinnbringend an der Börse investieren, fĂŒr deine Altersvorsorge oder ein anderes Sparziel in vielen Jahren. Denn eine lange Haltedauer und ein breit diversifiziertes Investment ist wichtig, um das Risiko einer Geldanlage an der Börse zu reduzieren.

Fazit

Auch mit getrennten Konten lĂ€sst sich eine faire Lösung finden, die gemeinsamen Finanzen zu organisieren. Es ist nur mit mehr Arbeit verbunden. Denn gerade bei getrennten Konten ist es wichtig, ein Haushaltsbuch zu fĂŒhren und monatlich die Kosten und die Gehaltseinbußen bei Kindern auszugleichen. Alternativ ist das auch ĂŒber eine App denkbar.

Mithilfe eines ETF-Sparplans immer am Anfang des Monats ist es eher erfolgversprechend, langfristig zu sparen. Schon kleine BetrĂ€ge kannst du gewinnbringend und mit wenig GebĂŒhren an der Börse investieren.

FĂŒhrst du ein getrenntes Konto oder ein gemeinsames Konto in der Familie? Über deinen Kommentar freue ich mich schon sehr.

Veröffentlicht in

·

Schlagwörter:

Wer schreibt hier?

Kommentare

13 Antworten zu „Getrennte Konten mit Kindern: Eine praktische Lösung“

  1. Avatar von Alva
    Alva

    Hallo Eva,

    ich bin eben auf deine Berechnung gestoßen u finde sie sehr gut.

    Nachdem der eine Partner den anderen ausgeglichen hat u auch die anfallenden Kosten prozentual geteilt werden, stellt sich mir die Frage, wie du zb das Kindergeld o andere kinderbezogene Leistungen aufteilen wĂŒrdest.

    BekÀme davon jeder die HÀlfte und steigert so sein Haben und den Rest wie gehabt prozentual?

    LG

    Alva

    1. Avatar von Eva Brauckmann
      Eva Brauckmann

      Hallo Alva, ja, ich wĂŒrde das Kindergeld teilen und beiden Eltern zur HĂ€lfte als Einkommen anrechnen.
      Schön, dass dir der Beitrag hilft. Sag gerne Bescheid, wenn noch etwas unklar ist. Viele GrĂŒĂŸe, Eva

  2. Avatar von Karoline
    Karoline

    Hallo Eva, wir beschĂ€ftigen uns gerade mit dem EInkommensausgleich nachdem ich in Teilzeit gegangen bin und mich nun Nachmittags um unsere Tochter kĂŒmmere und fanden deine Beispiele sehr hilfreich. Danke dafĂŒr! Allerdings sind wir uns noch nicht im Klaren darĂŒber wie die gemeinsamen Kosten nach dem Einkommenausgleich (Von Partner A an B) verteilt werden. Denn Partner B hat danach ja mehr Geld, um sich an den gemeinsamen Kosten zu beteiligen und Partner A (durch den Ausgleich an B) ja weniger. Orientiert sich die Fixkostenaufteilung dann am verfĂŒgbaren Geld vor oder nach der Ausgleichzahlung? Vielleicht kannst du das noch einmal fĂŒr uns aufschlĂŒsseln?
    Und der Rentenausgleich ist dann ja noch ein eingenes Thema. hast du da auch einen Tipp, wie man dies am Besten angeht?
    Danke! Karoline

    1. Avatar von Eva
      Eva

      Liebe Karoline,
      leider kann ich keine individuelle Betreuung anbieten. Am besten du wendest dich an die Facebook-Gruppe, hier herrscht reger Austausch! Liebe GrĂŒĂŸe, Eva

  3. Avatar von Andrea
    Andrea

    Hallo Eva, vielen Dank fĂŒr die guten Anregungen. Zur konkreten Berechnung des Ausgleichs habe ich eine Frage.
    Ich meinem Beispiel hat Partner A (vor und nach der Geburt) € 5.000 Einkommen. Partner B vorher € 3.000 und nachher € 1.000. Nach der Beschreibung mĂŒsste Partner A also 37,5% des Verlustes (€ 2.000) ausgleichen, da Partner B vorher 37,5% zum Gesamteinkommen beigetragen hat. 37,5 % entsprechen € 750. Wenn ich mein Beispiel in Deine Rechentabelle eingebe, lautet der auszugleichende Betrag aber € 1.250. Das entspricht 62,5% des Verlustes. Mache ich einen Denkfehler?

    1. Avatar von Eva
      Eva

      Hallo Andrea, danke fĂŒr deinen Kommentar. In deiner Rechnung steuert Partner A rund 62 % des Gesamteinkommens vor der Geburt bei (5000/8000). Nicht 37,5 %. Daher ist es auch laut dem Rechner richtig, dass er rund 62 % erstattet vom Einkommensverlust. Viele GrĂŒĂŸe, Eva

  4. Avatar von Matthias Strack
    Matthias Strack

    Hallo Eva, vielen Dank fĂŒr Dein schnelles Feedback! Ich finde Deine Herangehensweise richtig. Letztendlich gibt es keine 100% Gerechtigkeit – alles andere muss die Liebe regeln. 🙂 Matthias

  5. Avatar von Matthias Strack
    Matthias Strack

    Hallo, das Modell (mit Rechner) funktioniert im Sinne von Gerechtigkeit nur, wenn die beiden Einkommen nicht allzu weit auseinander liegen. Ich persönlich empfinde es nicht als fair, wenn Partner A mit einem wesentlich geringeren Gehalt, die Lohneinbussen des wesentlich höher Verdienenden (im Normalfall dann die Mutter mit sehr gutem Gehalt welche nach der Geburt in Teilzeit arbeitet) durch eine Ausgleichszahlung abfedern soll. Prozentual mag das aufgehen, aber 300 Euro sind fĂŒr einen Geringverdiener eben viel mehr als fĂŒr einen Gutverdiener der nach der Geburt weniger verdient. Bei krassen Einkommensunterschieden sollte die Ausgleichzahlung entfallen und die Ausgaben anteilig bestritten werden. Oder ich habe euer System nicht verstanden… Matthias

    1. Avatar von Eva
      Eva

      Hallo Matthias, ja, wenn das Gehalt sehr ungleich ist und die Höherverdienende lange in Elternzeit geht, dann ist die Ausgleichszahlung des weniger gut Verdienenden sehr hoch. In der RealitĂ€t wĂ€re es dann wohl so, dass die Mutter weniger lange Elternzeit nimmt. Und der Vater mehr. Sonst wĂŒrde das die Familienfinanzen zu sehr belasten. Ohnehin gilt diese in der Praxis etwas umstĂ€ndliche Aufteilung nur bei Paaren, die nicht verheiratet sind. Da sollte derjenige, der lĂ€nger in Elternzeit geht, geschĂŒtzt werden vor Altersarmut. Beste GrĂŒĂŸe, Eva

  6. Avatar von Wanja
    Wanja

    Hallo Eva,
    ich finde all deine Tipps total gut.
    Könntest du noch mal den Bereich “Einkommensausgleich fĂŒr Kindererziehung bei getrennten Konten” erklĂ€ren? Insbesondere das Beispiel habe ich nicht verstanden.
    Viele GrĂŒĂŸe
    Wanja

    1. Avatar von Eva
      Eva

      Hallo Wanja, klar, mache ich gern! Einen Rechner habe ich soeben unter dem Artikel verlinkt. Danke fĂŒr deine Anregung! Liebe GrĂŒĂŸe, Eva

  7. Avatar von Andreas
    Andreas

    Meiner Meinung nach ist es zu kurz gedacht, einfach sÀmtliche Ausgaben nach Einkommen zu verteilen und dieses Modell als fair zu bezeichnen. Das ganze muss man jeder mit seinem Partner besprechen und eine individuelle Lösung finden, mit der beide einverstanden sind.
    Das Modell passt zum Beispiel nicht, wenn einer nur Teilzeit arbeitet, obwohl er Vollzeit arbeiten könnte und quasi einen Ausgleich ĂŒber dieses Modell erhĂ€lt bei viel grĂ¶ĂŸerer Freizeit – Konfliktpotenzial! Auch bei unterschiedlichem Konsumverhalten passt es nicht. Das Beispiel, was ihr oben gebracht hat, dass einer stĂ€ndig ĂŒber seine VerhĂ€ltnisse lebt, wird meiner Meinung nach noch gefördert durch so eine Regelung, weil einer ja dank Partner ein vermeintlich höheres Budget hat, als er ohne Partner hĂ€tte.
    Ein Haushaltsbuch ist absolut sinnvoll, keine Frage. Aber solange beide berufstĂ€tig sind, finde ich persönlich eine hĂ€lftige Aufteilung der Kosten fairer. Dann kann man bei grĂ¶ĂŸeren gemeinsamen Anschaffungen wie einem Auto oder bei Urlauben auch viel besser ein gesundes Mittelmaß finden und so konsumieren, dass beide es sich leisten können.
    Sobald Kinder im Spiel sind und einer nicht mehr Vollzeit arbeiten kann, sollte man das Einkommen natĂŒrlich auf irgendeine Art ausgleichen. Aber auch hier gilt es, eine individuelle Lösung zu finden und das schafft man nur ĂŒber reden. Dadurch, dass solche Modelle, wie das oben, kompromisslos als fair angepriesen werden, ohne auf individuelle Situationen zu schauen, werden schnell einzelne benachteiligt, was die Problematik Geld noch verschĂ€rft.

    1. Avatar von Eva
      Eva

      Hallo Andreas, vielen Dank fĂŒr deinen Kommentar! TatsĂ€chlich haben wir das vor den Kindern, trotz gemeinsamen Haushalt, genauso gemacht wie du das beschreibst. Also alles 50/50 geteilt. Selbst, wenn wir etwas unterschiedlich viel verdient haben. Dann hat in unserem Fall derjenige, der mehr verdient hat, weniger ausgegeben fĂŒr Urlaube und die Miete, als er eigentlich könnte. Das hat großartig geholfen beim Sparen!

      Als wir dann die Kinder kamen, fanden wir persönlich das System nicht mehr so praktikabel und fair. Und bei der Ehe werden sowieso alle Einnahmen geteilt.

      Jedenfalls nehme ich sehr gerne deinen Kritikpunkt mit auf in den Text!

      Viele GrĂŒĂŸe, Eva

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

13