In diesem Artikel werden wir uns mit den 10 häufigsten Geldfehlern auseinandersetzen, die Familien machen können.

Macht deine Familie diese 10 Fehler beim Geld?

Für manche harmonieren Familie und Geld nicht unbedingt gut miteinander, ähnlich wie Kinder und Broccoli. Finanzen sind eines der Themen, über die am häufigsten gestritten wird.

Doch ein kluger Umgang mit Geld sorgt für die (finanzielle) Gesundheit, reduziert Stress und schafft die Grundlage für langfristiges Wohlbefinden. So wie das Kohlgemüse. Daher ist es sinnvoll, dass du dich jetzt damit beschäftigst.

In diesem Artikel erfährst du die 10 häufigsten Fehler, die Familien beim Geld machen können. Diese Fehler lassen sich in verschiedensten Bereichen finden, angefangen bei der Kontenführung über die Vorsorge bis hin zu Geld sparen im Alltag. Wenn du sie vermeidest, stellst du sicher, dass du und deine Familie finanziell gut aufgestellt sind.

Das falsche Kontenmodell wählen

Welches Konto-Setup passt zu euch: getrennte Konten, ein gemeinsames Konto oder vielleicht doch drei Konten? Jede Familie ist unterschiedlich. Wichtig ist, dass ihr eure Finanzen im Blick habt und regelmäßig mit einem Sparplan für die Zukunft vorsorgt. Es ist am besten, wenn jeder seine Finanzen selbst im Auge behält, um Eigenverantwortung und finanzielle Unabhängigkeit zu fördern.

Besonders das 3-Konten-Modell für Familien bietet eine strukturierte und klare Möglichkeit, Finanzen zu verwalten. Hierbei werden drei Hauptkonten eingerichtet: ein gemeinsames Haushaltskonto und jeweils ein separates Konto für jeden Partner. Das gemeinsame Konto dient zur gemeinsamen Abdeckung der gemeinsamen Ausgaben wie Miete, Lebensmittel und Rechnungen. Die individuellen Konten ermöglichen es jedem Partner, persönliche Ausgaben und Ersparnisse zu verwalten.

Dieses Modell ermöglicht eine gerechte Aufteilung der gemeinsamen Kosten und gleichzeitig die Freiheit, individuelle finanzielle Ziele zu verfolgen.

Kein Haushaltsbuch führen

Ein Haushaltsbuch wird dein Leben verändern, wenn du des regelmäßig führst. Indem du etwas Zeit reservierst, um dich ausschließlich mit deinen Finanzen zu beschäftigen, passiert etwas ganz von selbst: Du spürst, dass du deine Ausgaben kontrollieren kannst, das stärkt dein Selbstbewusstsein und wird dir unmittelbar gute Gefühle bereiten.

Nach und nach verstehst du, welche Ausgaben vermeidlich sind. Vor allem kurzfristige Impulskäufe oder gar Konsumentenkredite werden jeden Monat unangenehm auffallen. Nun fängst du womöglich an, deinen Alltag zu verändern und mehr zu sparen.

Das Schöne ist: Irgendwann wirst du dich ganz von selbst mit einer vernünftigen Geldanlage beschäftigen. Oder du findest Wege, um dein Einkommen zu erhöhen. Mithilfe von Online-Umfragen oder Dividenden beispielsweise. Plötzlich scheint ein vorher unerreichbares Ziel, wie ein Sabbatical oder die Arbeit in Teilzeit, möglich.

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Sich nicht mit dem Testament beschäftigen

Die gesetzliche Erbfolge geht von einer intakten Kleinfamilie aus. In erster Linie werden nur der Ehepartner und Verwandte erster Ordnung, wie Kinder und Enkel, bedacht. Wenn Partner nicht verheiratet sind, dann ist auch kein Erbe vorgesehen. Es überrascht nicht, dass diese Regelung für viele Familien nicht mehr zeitgemäß ist.

Wenn du vor der Entscheidung stehst und dich fragst, ob du ein Testament brauchst oder nicht, dann beantworte für dich folgende Fragen:

  1. Bist du einverstanden mit deinen gesetzlichen Erben? Sind damit alle bedacht oder möchtest du welche ausschließen? (Wenn das überhaupt möglich ist. Schließlich steht jedem Erben ein Pflichtteil zu)
  2. Falls dein Vermögen in Immobilien oder einem eigenen Unternehmen gebunden ist: Vermeide Erbgemeinschaften und damit Streitereien am besten mit einem Testament.
  3. Bist du mit der Aufteilung deines Erbes einverstanden?

Falls du über ein hohes Vermögen verfügst, dann überlege eine Schenkung zu Lebzeiten, um Steuern zu vermeiden.

Das Elterngeld nicht optimieren

Für die meisten Familien bedeutet die Zeit mit den Kindern zu Hause ein Einkommensverlust. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, das Elterngeld zu optimieren. Beispiele dafür sind der Wechsel der Steuerklasse bei Angestellten oder mehr Gewinn bei Selbstständigen. Etwas nebenher zu verdienen ist mit dem ElterngeldPlus sinnvoll.

Jeder Fall ist individuell. Bucht eine Elterngeldberatung und überlegt euch schon in der Schwangerschaft, welcher Weg zu euch passt. Nach der Geburt ist wenig Zeit dafür. Vielleicht überdenkt ihr auch die Rollenmodelle der Vergangenheit. Dann könnte der Besserverdienende länger in Elternzeit gehen.

Es ist natürlich großartig, wenn du schon viel gespart und ein finanzielles Polster aufgebaut hast. Dann ist es einfacher, die beste Entscheidung für euch zu treffen. Unterm Strich hilft während der Elternzeit sonst nur der Konsumverzicht. Doch das Leben mit Kindern muss nicht teuer sein. Wunderbare Erlebnisse sind auch ohne viel Geld möglich.

Nicht für den Ernstfall vorsorgen

Die wenigsten beschäftigen sich gerne mit der eigenen Krankheit. Irgendwann werden wir uns diesen wichtigen Fragen aber stellen müssen. Mach das, solange du frei und selbstbestimmt entscheiden kannst. In guten Momenten lässt sich besser vorsorgen für später.

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Auch wenn du verheiratet bist, entscheidet nicht automatisch dein Partner für dich, wenn du es selbst nicht mehr kannst. Daher ist eine Vorsorgevollmacht ratsam, in der du diese wichtigen Aufgaben überträgst. Doch dein Bevollmächtigter sollte dein volles Vertrauen genießen und auch geübt sein im Umgang mit Behörden. Die Entscheidung, ob du eine Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung oder Betreuungsverfügung haben möchtest, braucht Zeit. Lass dich nicht zu etwas drängen und entscheide selbstbestimmt.

Kontovollmacht

Eine Kontovollmacht ist wichtig, damit du im Notfall auf das Konto deines Partners zugreifen kannst. Eigentlich sollte die Vorsorgevollmacht ausreichen. Doch manche Banken akzeptieren diese nicht. So eine Kontovollmacht kann unter Umständen sinnvoller sein als eine Überschreibung des Kontos oder des Depots. Denn die Vollmacht gilt nicht als Schenkung, wofür ab einem bestimmten Betrag die Schenkungssteuer fällig ist.

Sorgerechtsverfügung

Es ist keine schöne Vorstellung: Was passiert mit unseren minderjährigen Kindern, falls die Eltern sterben? Viele glauben, dass automatisch enge Verwandte oder die Taufpaten das Sorgerecht erhalten. Doch dem ist nicht so. Bei Vollwaisen entscheidet letztendlich das Familiengericht darüber, wer Vormund wird. Mit einer Sorgerechtsverfügung kannst du selbst festlegen, wer sich um deine Kleinen kümmert.

Mir hat das Vorsorge-Set von der Stiftung Warentest geholfen beim Erstellen der Unterlagen:

Das Vorsorge-Set

Stiftung Warentest

Kein Kinderdepot eröffnen

Bei der Geldanlage für Kinder wollen viele Eltern kein Risiko eingehen. Es ist schwer auszuhalten, wenn Aktien-Kurse fallen. Ein Sparbuch scheint da sicherer. Mit dieser Sparform geht dem Nachwuchs jedoch viel Rendite verloren. Aufgrund der Inflation wird das Geld sogar weniger!

Wenn du das Depot schon zu Geburt eröffnest, wirst du es wohl über 18 Jahre besparen können. Falls dazwischen eine Krise eintritt, dann erholt sich die Wirtschaft sehr wahrscheinlich innerhalb dieser Zeit und das Depot für Kinder legt ordentlich an Wert zu. An der Börse gibt es keine Garantie. Ein langer Zeithorizont und ein diverses Investment reduzieren aber das Risiko.

Folgende Kinderdepots sind besonders günstig (unter 12 Euro Gebühren pro Jahr bei einem monatlichen Sparplan von 50 Euro):

Das Consorsbank Junior-Depot

ING Direkt-Depot Junior

finvesto U18 Depot

Die falschen Versicherungen abschließen

Jede oder jeder Deutsche gibt durchschnittlich 2.371 Euro pro Jahr für Versicherungen aus. Das ist überraschend viel Geld. Denn nicht alle Versicherungen sind notwendig. Du kannst richtig viel sparen, wenn du die unnötigen Policen kündigst. Doch welche Versicherungen sind wirklich wichtig und bei welchen setzt du den Rotstift an?

Die wichtigste Versicherung ist günstig. Trotzdem schließen sie nur die Hälfte der Deutschen ab: die Haftpflichtversicherung! Achte darauf, dass du zumindest diese im Portfolio hast. Die Ausbildungsversicherung wiederum kannst du dir sparen.

Keine Spartipps beherzigen

Einige Menschen sind skeptisch und denken, es lohne sich nicht mehr zu sparen. Jedoch ist es trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und niedriger Zinsen weiterhin möglich, Vermögen aufzubauen.

Von Meal Prepping, saisonalem Einkaufen, Reparieren bis hin zu Selbermachen. Geld sparen schon nicht nur dein Budget, es ist auch nachhaltig. Dazu kannst du deine Persönlichkeit ausdrücken, zum Beispiel mit einer selbst gemachten Deocreme.

Selbst wenn es nur wenige Euro pro Tag sind, können diese durch den Zinseszinseffekt auf einem ETF-Depot im Laufe der Jahre zu beachtlichen Summen heranwachsen. Hier findest du die besten Spartipps für Familien.

Ein zu teures Eigenheim kaufen

Ein eigenes Zuhause zu haben klingt super, oder? Man spart sich die Miete, und es fühlt sich an, als würde man sein Geld in etwas Eigenes investieren, statt es einfach zu “verschwenden”. Aber hier ist der Haken: Es hängt davon ab, wie teuer das Haus im Vergleich zur Miete ist und was du mit dem Geld machst, das du nicht für den Hauskauf nutzt. In vielen deutschen Städten und Regionen kann es tatsächlich profitabler sein zu mieten und in ETFs zu investieren.

Trotzdem ist es natürlich toll, ein eigenes Zuhause zu haben, besonders emotional. Aber sei dir bewusst, dass es teure Häuser gibt und nicht jedes Eigenheim automatisch dazu beiträgt, Vermögen aufzubauen. Es ist wichtig, über die wichtigste finanzielle Entscheidung im Leben gut nachzudenken.

Auf die Rentenlücke vergessen

Wenn du deine Rentenlücke schließen willst, hilft dir die einfache Daumenregel: Lege 15 % deines Nettoeinkommens zur Seite, wenn du 30 Jahre alt bist und investiere es in ETFs. Dann hast du wahrscheinlich mit der gesetzlichen Rentenversicherung später 80 % deines Nettogehalts von jetzt.

Falls du etwas jünger bist, kann es auch weniger sein. Denn der Zinseszinseffekt arbeitet für dich bei einer ausreichend langen Anlagedauer. Doch nur, wenn du dein Geld renditestark und kostengünstig anlegst.

Bist du breit gestreut investiert, wird zwar auch dein Depot sinken bei einer Wirtschaftskrise. Doch über eine ausreichend lange Anlagedauer sind durchaus 5 % Rendite pro Jahr möglich.

Fazit

Klar, es gibt viele Fehler, die Familien in ihren Finanzen machen könnten. Zum Beispiel, wenn sie sich für das falsche Kontenmodell entscheiden oder keinen Überblick über ihre Ausgaben haben. Der Kauf eines zu teuren Hauses oder der Abschluss ungeeigneter Versicherungen kann ebenfalls Schwierigkeiten verursachen. Aber wenn du klug agierst, sicherst du die Versorgung für dich und deine Familie. Das trägt zu einem entspannten Familienalltag bei.

Habe ich einen Fehler vergessen, den Familien bei der Finanzplanung begehen können? Schreibe das in die Kommentare und teile es mit uns.

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