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1.000 Euro anlegen: Das ist kinderleicht!

Nach einer erfolgreichen Gehaltsverhandlung oder nach einer unerwartet hohen Rückzahlung vom Finanzamt ist die Freude groß: Endlich besitzt du 1.000 Euro! Doch wie legst du das Geld an, für das du hart arbeiten musstest?

Einfach so am Konto liegen lassen, ist nicht ratsam. Zu groß ist die Versuchung, das Geld auszugeben für Dinge, die nur kurz Freude bereiten. Noch dazu knabbert die Inflation am Guthaben.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: wenn du das Geld über einen langen Zeitraum nicht brauchst, dann lohnt sich ein diversifiziertes Investment an der Börse. Auch kleinere Beträge wie 1.000 Euro kannst du profitabel anlegen. Doch was ist dabei zu beachten?

1.000 Euro anlegen: Was ist zu beachten?

Zuerst den Konsumkredit zurückzahlen

Falls du einen Konsumkredit aufgenommen hast, der noch läuft, dann versuche zuerst diesen zu tilgen. Nichts macht die Geldbörse leerer als ein Kredit auf Konsum. Das neue Auto, der Fernseher oder das Tablet verlieren über die Zeit erheblich an Wert. Du musst jedoch noch den Neupreis mit Zinsen zurückzahlen. Dadurch wird dein Vermögen rasch aufgebraucht. Hier ist es klug, den Kredit in einem Rutsch zu tilgen, mit den 1.000 Euro, wenn das der Vertrag zulässt.

Dann einen Notgroschen aufbauen

Notgroschen? Das ist der Betrag auf deinem Girokonto, der verhindert, dass du einen Kredit aufnehmen musst. Denn geht die Waschmaschine kaputt oder lässt sich das Auto nicht mehr starten, muss die Rechnung für die Reparatur sofort beglichen werden. Daran führt kein Weg vorbei.

Wie hoch der Notgroschen sein muss, richtet sich ganz nach deiner Lebenssituation. Falls du ein Haus oder eine Wohnung besitzt, sollte der deutlich höher sein, als wenn du zur Miete wohnst. Ein guter Richtwert sind 6 Bruttoeinkommen.

Profis kennen ihre monatlichen Ausgaben, da sie ein Haushaltsbuch führen, und wissen, wie viel sie in den letzten Jahren als Notgroschen gebraucht haben. In dem Fall rechne mit ungefähr 3 bis 6 monatliche Ausgaben als Notgroschen.

Zum Schluss 1.000 Euro anlegen

Sind nun die zwei wichtigsten Schritte erledigt? Du bist also nicht mehr verschuldet und hast einen Notgroschen beiseite gelegt? Gratuliere! Jetzt geht es ans Investieren.

Die erste Frage, die du dir stellen solltest, ist, wie lange du auf dein Geld verzichten kannst. Je länger die Laufzeit, um so eher kannst du eine zwar riskante, aber auch gewinnbringende Geldanlage wählen. Die Geldanlage, die die höchsten Gewinne verspricht, sind Aktien. Das zeigen Berechnungen über die letzten 119 Jahre. Sogar Immobilien, Rohstoffe, Anleihen oder Kunstgegenstände können da nicht mithalten.

Warum ist eine lange Laufzeit gerade bei Aktien wichtig?

Denn über eine lange Laufzeit von zumindest 15 Jahren verkraftest du jede Krise. In den letzten 20 Jahren gab es beispielsweise häufig Wirtschaftskrisen, angefangen in den 2000 Jahren, dann 2008 und auch in 2020 gab es während Corona einen heftigen Kursabfall. Passiert so eine Krise am Anfang deines Investments der 1.000 Euro, ist das kein Problem: Dann kannst du zu günstigen Kursen die Aktien kaufen.

Tritt eine Krise in der Hälfte oder auch am Ende der Laufzeit auf, warst du während des Wirtschaftsaufschwungs investiert und hast am Ende trotzdem mehr Geld wie zu Beginn.

Tatsächlich gab es seit 1972 trotz der vielen Krisen keinen Zeitpunkt, zu dem du Verluste gemacht hättest, wenn du breit gestreute Aktien für mindestens 15 Jahre gehalten hast.

Wichtig ist, dass du nicht verkaufst, sollten die Kurse talwärts gehen. Optimal wäre natürlich eine Anlage über die nächsten 20, 30 Jahre. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, eine hohe Rendite zu erwirtschaften.

Alternativen zu Aktien

Viele können es sich nicht vorstellen, über 15 Jahre 1.000 Euro beiseite zu legen. In dem Fall sind Anleihen, Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten die wohl einfachste Möglichkeit. Dafür wählst du eine Bank, die hohe Zinsen bei deiner gewünschten Laufzeit bietet und die deutsche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro garantiert.

Wenn du jedoch überzeugt bist, dass du auch in einer Krise nicht verkaufen wirst und zumindest 15 Jahre das Geld nicht brauchst, dann sind Aktien einfach die profitabelste Wahl.

Warum lohnt sich eine Anlage in Aktien bei 1.000 Euro?

Ein Vergleich zeigt: Mit Inflation bleiben dir von 1.000 Euro auf deinem Festgeldkonto nach 15 Jahren voraussichtlich nur 555 Euro. Der Kontostand zeigt zwar 1.800 Euro bei einem Zinssatz von 4 % p.a., doch der Kaufkraftverlust durch Inflation ist so stark, dass dir praktisch nur 555 Euro bleiben.

Investierst du das Geld in Aktien, dann zeigen historische Daten, dass du 7 % Rendite pro Jahr erreichen kannst. Du hast also mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nach 15 Jahren Aktien im Wert von 2.759 Euro im Depot. Ziehst du die Inflation ab, sind es noch immer 2.050 Euro. Mehr als doppelt so viel wie auf dem Festgeldkonto!

Eine breite Streuung schon bei 1.000 Euro

Wie vorhin beschrieben, ist es möglich, das Risiko einer Geldanlage an der Börse zu reduzieren über eine lange Laufzeit. Die zweite Möglichkeit, das Risiko zu minimieren, sind viele verschiedene Aktien zu erwerben anstatt Einzelaktien.

Es ist hochriskant, Aktien von nur einem Unternehmen, von nur einem Land wie Deutschland oder nur einer Branche zu kaufen. Klüger und auch langfristig gewinnbringender wäre es, möglichst viele Aktien von allen Ländern global zu kaufen.

So viele Einzelaktien kaufen klappt mit 1.000 Euro nicht. Doch es gibt eine Lösung: Für die kleine Geldbörse ist der Kauf eines breit diversifizierten Index-Fonds (ETF) sinnvoll. Hier kannst du schon mit 1.000 Euro starten – oder mit einem Sparplan über 25 Euro pro Monat – und hast viele verschiedene Aktien im Depot.

Gebühren sparen bei einer Geldanlage von 1.000 Euro

Die Gebühren können bei einem herkömmlichen, verwalteten Fonds erheblich sein. Du kannst sie aber ordentlich reduzieren, wenn du statt einem – von einem Manager verwalteten Fonds – einen ETF wählst. Also einen Fund, der Aktien automatisch nach gewissen Regeln auswählt.

Ein ETF, ein Exchange Traded Fund, wird auch oft als Indexfund bezeichnet. Kaufst du beispielsweise einen ETF auf den Index MSCI World ACWI, versucht der ETF diesen Index möglichst genau abzubilden. Hierzu werden Unternehmensanteile von den größten Unternehmen von 23 Industrie- und 26 Schwellenländern gekauft. Dafür wird kein hoch bezahlter Manager benötigt.

Daher sind ETFs für die Anleger auch viel kostengünstiger. Es hat sich gezeigt, dass auf lange Sicht kein Manager den Index schlagen kann. Warum dann hohe Gebühren zahlen?

Die Verwaltungsgebühren liegen bei einem Fonds ca. bei 2 % pro Jahr, bei einem ETF bei 0,20 % pro Jahr. Pro Jahr zahlst du also bei 1.000 Euro Geldeinlage 20 Euro Gebühren pro Jahr bei einem üblichen Verwaltungsfonds, doch nur 2 Euro Gebühren bei einem ETF.

Am Ende der 15 Jahre sparst du bei einem Fonds alleine wegen der Gebühren über 700 Euro.

Den für dich richtigen ETF finden

Vielleicht hilft es dir zu erfahren, wie ich damals die Sache angegangen bin: nämlich ohne Finanzberater. Dafür musst du kein Experte sein. Nur das kaufen, was du verstehst.

Im ersten Schritt habe ich mich informiert über die ETFs, die am Markt angeboten werden. Danach habe ich einen passenden für mich ausgewählt. Hier siehst du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Dann suchst du nach einem Depot mit niedrigen Gebühren, beispielsweise bei Scalable Capital* oder einem anderen Depotanbieter.

Meine Erfahrung ist, dass bei einem langfristigen Investment, ohne viel Kaufen und Verkaufen deiner Werte, die Depotgebühren ohnehin gering sind. Sinnvoller ist es daher, du wählst zuerst einen ETF und siehst dann nach einem passenden Depotanbieter, der den ETF auch im Sortiment hat.

Achte darauf, dass vom Depot keine jährlichen Verwaltungsgebühren berechnet werden, sondern nur Gebühren pro Order anfallen. Bei kleinen monatlichen Beträgen ist zudem ein Sparplan wichtig, der ermöglicht, dass du nicht bei jedem Kauf Gebühren zahlen musst. Jeder Depotanbieter kooperiert da mit anderen ETFs.

Fazit

Auch kleinere Beträge wie 1.000 Euro oder 25 Euro monatlich können an der Börse angelegt werden: am besten über eine lange Laufzeit, breit gestreut und mit wenig Gebühren. Besonders gut klappt das zum Beispiel mit einem ETF auf den Index MSCI World ACWI. Da sind maximal viele Unternehmen und Regionen der Welt vertreten.

So reduzierst du nicht nur das Risiko, du bist auch über eine lange Laufzeit voraussichtlich erfolgreicher als jeder Aktienmanager. Denn die, das haben Studien bewiesen, können den Markt auch nicht langfristig schlagen. Nun wählst du nur noch einen ETF aus, eröffnest ein Depot und kannst starten!

Wie legst du 1000 Euro an? Schreibe es in die Kommentare!

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