10.000 Euro anlegen

Wie du 10.000 Euro sinnvoll anlegen kannst

Einen Betrag von 10.000 Euro zu sparen, ist schon eine Leistung. Du wirst die 10.000 Euro wahrscheinlich nicht leichtfertig verschwenden, sondern gewinnbringend anlegen wollen.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: wenn du das Geld ĂŒber einen langen Zeitraum nicht brauchst, dann lohnt sich ein diversifiziertes Investment an der Börse. Auch kleinere BetrĂ€ge kannst du so profitabel anlegen. Nur ein paar wenige Punkte sind dabei zu beachten:

Zuerst einen Notgroschen aufbauen

Notgroschen? Das ist der Betrag auf deinem Girokonto, der verhindert, dass du einen Kredit aufnehmen musst. Denn geht die Waschmaschine kaputt oder lĂ€sst sich das Auto nicht mehr starten, muss die Rechnung fĂŒr die Reparatur sofort beglichen werden. Daran fĂŒhrt kein Weg vorbei.

Wie hoch der Notgroschen sein muss, richtet sich ganz nach deiner Lebenssituation. Falls du ein Haus oder eine Wohnung besitzt, sollte der deutlich höher sein, als wenn du zur Miete wohnst. Ein guter Richtwert sind dafĂŒr 3 MonatsgehĂ€lter.

Profis kennen ihre monatlichen Ausgaben, da sie ein Haushaltsbuch fĂŒhren, und wissen, wie viel sie in den letzten Jahren als Notgroschen gebraucht haben. In dem Fall rechne mit ungefĂ€hr 3 bis 6 monatliche Ausgaben als Notgroschen.

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Wissen, wie lange du 10.000 Euro anlegen kannst

Die erste Frage, die sich stellt, ist, wofĂŒr du eigentlich sparen möchtest. Der Idealfall wĂ€re fĂŒr deine Altersvorsorge, denn dann hast du fĂŒr gewöhnlich noch 20, 30 oder sogar 40 Jahre als mögliche Anlagedauer. So gewinnt der Zinseszins ordentlich an Kraft.

Je lĂ€nger die Laufzeit, um so eher kannst du eine zwar riskante, aber auch gewinnbringende Geldanlage wĂ€hlen. Die Geldanlage, die die höchsten Gewinne verspricht, sind Aktien. Das zeigen Berechnungen ĂŒber die letzten 119 Jahre. Sogar Immobilien, Rohstoffe, Anleihen oder KunstgegenstĂ€nde können da nicht mithalten.

Warum ist aber eine lange Laufzeit gerade bei Aktien wichtig? Denn ĂŒber eine lange Laufzeit von zumindest 15 Jahren verkraftest du jede Krise. In den letzten 20 Jahren gab es beispielsweise hĂ€ufig Wirtschaftskrisen, angefangen in den 2000 Jahren, dann 2008 und auch in 2020 sehen viele die Anzeichen einer Weltwirtschaftskrise. Passiert so eine Krise am Anfang deines Investments, ist das kein Problem: Dann kannst du zu gĂŒnstigen Kursen die Aktien kaufen. Tritt eine Krise in der HĂ€lfte oder auch am Ende der Laufzeit auf, warst du wĂ€hrend des Wirtschaftsaufschwungs investiert und hast am Ende trotzdem mehr Geld als zu Beginn.

TatsĂ€chlich gab es seit 1972 trotz der vielen Krisen keinen Zeitpunkt, zu dem du Verluste gemacht hĂ€ttest, wenn du breit gestreute Aktien fĂŒr mindestens 15 Jahre gehalten hast. Wichtig ist, dass du nicht verkaufst, sollten die Kurse talwĂ€rts gehen.

Alternativen zu Aktien bei 10.000 Euro

Viele können es sich nicht vorstellen, ĂŒber die mindestens nĂ€chsten 15 Jahre das Geld beiseite zu legen. In dem Fall sind Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten die wohl einfachste Möglichkeit. DafĂŒr wĂ€hlst du eine Bank, die hohe Zinsen bei deiner gewĂŒnschten Laufzeit bietet und die deutsche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro garantiert.

Vielleicht magst du ja trotzdem einen Anteil, zum Beispiel 25 %, an der Börse anlegen, um die Rendite deiner kurzfristigen Geldanlage zu verbessern. Je lÀnger du auf dein Geld verzichten kannst, umso höher kann der Aktienanteil sein.

Mit mehr Risiko zu mehr Rendite

Wenn du deine individuelle Risikobereitschaft kennst und auch in einer Krise nicht verkaufen wirst, dann sind ein volles Investment in Aktien einfach die gewinnbringendste Wahl.

Ein Vergleich zeigt: Mit Inflation bleiben dir von 10.000 Euro auf deinem Festgeldkonto nach 30 Jahren voraussichtlich nur 5.552 Euro. Der Kontostand zeigt zwar rund 18.000 Euro bei einem Zinssatz von 4 % p.a., doch der Kaufkraftverlust durch Inflation ist so stark, dass dir von dem Geld praktisch nur eine Kaufkraft von 5.552 Euro bleiben.

Investierst du das Geld in Aktien, dann zeigen historische Daten, dass du 7 % Rendite pro Jahr erreichen kannst. Es ist wahrscheinlich, dass du nach 30 Jahren Aktien im Wert von 32.793 Euro im Depot hast. Das Depot weist zwar 59.401 Euro aus, doch der Kaufkraftverlust ist auch hier erheblich. Trotzdem hast du mehr als viermal so viel wie am Tagesgeldkonto.

Risiken minimieren mit einer breiten Streuung

Wie vorhin beschrieben, ist es möglich, das Risiko einer Geldanlage an der Börse reduzieren ĂŒber eine lange Laufzeit. Die zweite Möglichkeit, das Risiko zu minimieren, sind viele verschiedene Aktien zu erwerben anstatt Einzelaktien.

Du könntest mit den 10.000 Euro theoretisch schon Einzelaktien kaufen. Es ist jedoch hochriskant, Aktien von nur einem Unternehmen, von nur einem Land wie Deutschland oder nur einer Branche zu kaufen. KlĂŒger und auch langfristig gewinnbringender wĂ€re es, möglichst viele Aktien von allen LĂ€ndern global zu kaufen. Geht eine Aktie in den Keller, gibt es eine andere, die den Verlust wiedergutmachen könnte. Trotzdem musst du auch damit rechnen, dass in Zeiten einer Wirtschaftskrise alle Unternehmenswerte fallen.

FĂŒr 10.000 Euro ist der Kauf von breit diversifizierten Fonds sinnvoll. Hier kannst du schon mit 10.000 Euro starten – oder mit einem Sparplan ĂŒber 50 Euro pro Monat – und hast viele verschiedene Aktien im Depot.

10.000 gĂŒnstig investieren mit ETFs

Die GebĂŒhren können bei Fonds erheblich sein. Die gute Nachricht ist: GebĂŒhren kannst du ordentlich reduzieren, wenn du statt einem von einem Manager verwalteten Fonds, einen ETF wĂ€hlst. Also einen Fund, der Aktien automatisch nach gewissen Regeln auswĂ€hlt. Ein ETF, ein Exchange Traded Fund, wird auch oft als Indexfund bezeichnet.

Kaufst du beispielsweise einen ETF auf den Index MSCI World ACWI, versucht der Fund diesen Index möglichst genau abzubilden. Hierzu werden Unternehmensanteile von den grĂ¶ĂŸten Unternehmen von 23 Industrie- und 26 SchwellenlĂ€ndern gekauft.

DafĂŒr wird kein hoch bezahlter Manager benötigt. Daher sind ETFs fĂŒr die Anleger auch viel kostengĂŒnstiger. Es hat sich gezeigt, dass auf lange Sicht kein Manager den Index schlagen kann. Warum dann hohe GebĂŒhren zahlen?

Die VerwaltungsgebĂŒhren liegen bei einem Fonds ca. bei 2 % pro Jahr, bei einem ETF bei 0,20 % pro Jahr. Pro Jahr zahlst du also bei 10.000 Euro Geldeinlage 200 Euro GebĂŒhren bei einem ĂŒblichen Verwaltungsfonds, doch nur 20 Euro GebĂŒhren bei einem ETF.

Am Ende der 30 Jahre hast du bei einem verwalteten Fonds alleine wegen der GebĂŒhren nur 39.653 Euro (5 % p.a.) erwirtschaftet statt den 59.401 Euro (7 % p.a.) bei einem ETF.

So kaufst du einen ETF

Vielleicht hilft es dir zu erfahren, wie ich damals die Sache angegangen bin: nĂ€mlich ohne Finanzberater. DafĂŒr musst du kein Experte sein, nur kaufen, was du verstehst.

Im ersten Schritt habe ich mich informiert ĂŒber die ETFs, die am Markt angeboten werden. Danach habe ich einen passenden fĂŒr mich ausgewĂ€hlt. In dem Artikel siehst du eine Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung.

Es kann durchaus ein paar Wochen dauern, um eine Entscheidung fĂŒr dich zu treffen. Mir hat das Buch von Gerd Kommer* sehr geholfen dabei. Auf der Onlineplattform justetf.com kannst du ETFs sehr ĂŒbersichtlich nach deinen WĂŒnschen filtern.

SouverĂ€n investieren fĂŒr Einsteiger. Wie Sie mit ETFs ein Vermögen bilden

Dr. Gerd Kommer

Das Hörbuch empfehlen wir nicht, da es aufgrund der Tabellen & Zahlen schwer zu verstehen ist.

Danach suchst du nach einem Depot mit niedrigen GebĂŒhren bei einer Onlinebank wie zum Beispiel Scalable Capital* oder einem anderen Depotanbieter. Meine Erfahrung ist, dass bei einem langfristigen Investment, ohne viel Kaufen und Verkaufen deiner Werte, die DepotgebĂŒhren ohnehin gering sind. Sinnvoller ist es daher, du wĂ€hlst zuerst einen ETF und siehst dann nach einem passenden Depotanbieter, der den ETF auch im Sortiment hat.

Achte darauf, dass vom Depot keine jĂ€hrlichen VerwaltungsgebĂŒhren berechnet werden, sondern nur GebĂŒhren fĂŒr eine Order anfallen. Bei kleinen monatlichen BetrĂ€gen ist zudem ein Sparplan auf deinen ETF wichtig, der ermöglicht, dass du nicht bei jedem Kauf GebĂŒhren zahlen musst. Jeder Depotanbieter kooperiert da mit anderen ETFs.

Fazit

Auch kleinere BetrĂ€ge wie 10.000 Euro oder 50 Euro monatlich können an der Börse investiert werden: am besten ĂŒber eine lange Laufzeit, breit diversifiziert und mit wenig GebĂŒhren. Besonders gut klappt das mit einem ETF auf den Index MSCI World ACWI. Da sind besonders viele Unternehmen und Regionen der Welt vertreten. So reduzierst du nicht nur das Risiko, du bist auch ĂŒber eine lange Laufzeit voraussichtlich erfolgreicher als jeder Aktienmanager. Denn die, das haben Studien bewiesen, können den Markt auch nicht langfristig schlagen. Nun wĂ€hlst du nur noch einen ETF aus, eröffnest ein Depot und kannst starten!

Hast du schon ein Depot eröffnet und einen ETF gekauft? Warum hast du dich dafĂŒr entschieden? Ich freue mich sehr auf deinen Kommentar.

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