Kann man mit einer Geldanlage in ETF und Aktien reich werden? Jein. Ein finanziell unabhängiges Leben mit mehr Selbstbestimmung ist aber möglich.

Reich werden mit ETF: Ist das überhaupt möglich?

Du schaukelst in der Hängematte, unter dir feiner Sand. Mit dem Smartphone prüfst du deinen Kontostand und bist begeistert: Du bist reich und musst nicht mehr arbeiten. (Oder zumindest weniger: Finanzielle Freiheit dank Minimalismus.) Aber wie hast du das geschafft?

Kannst du mit einem ETF reich werden?

Wenn du bereit bist, einen hohen Anteil deines Vermögens in ETFs zu investieren und viel Zeit hast, dann sind ETFs unschlagbar profitabel. Dank des Zinseszinseffektes wirst du nach einigen Jahren auf die Überholspur des Vermögensaufbaus wechseln.

In kurzer Zeit reich werden klappt mit einem ETF-Weltportfolio wohl nicht. Ein finanziell sorgenfreies Leben mit weniger Arbeit und mehr Selbstbestimmung ist dennoch möglich. Wie? Das erfährst du hier.

Das Risiko bei Einzelaktien und Einzelinvestitionen

Gespräche unter Freunden, Kolleginnen und Bekannten drehen sich immer häufiger um Geldanlagen. Bestimmt auch wegen des rasanten Anstiegs der Börse in den letzten Jahren und der hohen Inflation.

Jedenfalls berichten einige von extremen Kursgewinnen bei Einzelaktien oder von einem Haufen Geld, das mit Bitcoin verdient wurde.

In kurzer Zeit reich werden klappt wohl nur mit Einzelinvestments. Und nur, wenn du weißt, was du tust. Rendite kommt von Risiko. Das besagt schon das magische Dreieck der Geldanlage. Unternehmen könnten pleitegehen oder Elon Musk jagt den Bitcoin Kurs talwärts mit einem Tweet. Schon ist es vorbei mit dem Vermögen. Zumindest vorerst.

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Kann ich schnell reich werden mit ETFs?

Mit einer breiten Diversifikation über alle Länder und Unternehmensgrößen und einer langen Laufzeit von mindestens 15 Jahren senkst du das Risiko. Expertinnen gehen davon aus, dass bei breit diversifizierten ETFs eine durchschnittliche reale Rendite von 5 % pro Jahr denkbar ist. Das bedeutet ganz grob, dass sich dein Kapital ungefähr alle 14 Jahre verdoppelt.

Mit der 72er-Regel kannst du das gut berechnen.

Die 72er-Regel besagt, dass du 72 durch die erwartete, reale Rendite deines Investments dividieren musst. Dann weißt du, wie lange es dauert, bis sich dein Kapital verdoppelt.

72 / 5 = 14,4 Jahre

Eine durchschnittliche Rendite von 5 % pro Jahr ist zwar erstaunlich. Aber sie liegt unter den Erwartungen vieler Investoren, die an der Börse schnell reich werden wollen.

Das Risiko bei einem hohen ETF Anteil

Ganz generell solltest du nur Geld anlegen, auf das du heute verzichten kannstDas ist auch bei den ETFs so. Jede Investorin muss damit rechnen, dass der Kurs nach Kauf um 50 % einbricht. So etwas kannst du nur über einen langen Zeithorizont von mindestens 10-15 Jahren aussitzen.

Doch alles weg? Das ist sehr unwahrscheinlich. So

Auch in 20 Jahren werden Menschen leben, die Produkte konsumieren und Unternehmen, die sie verkaufen. Die Kurse werden sich über kurz oder lang erholen. Nebenbei ist es trotz der vielen Katastrophen in den letzten Jahrhunderten noch nicht passiert, dass alle Unternehmensanteile weltweit wertlos wurden. Bei Einzelaktien ist das aber durchaus möglich.

Anders als Bankguthaben oder Versicherungen sind ETFs Sondervermögen. Indexfonds sind also geschützt, wenn dein Broker oder der ETF-Anbieter insolvent wird.

Wie du das Risiko in den Griff bekommst

Berechne für dich ganz persönlich dein Humankapital. Also der Betrag, den du bis zum Rentenalter verdienen könntest. In dem Artikel haben wir einen praktischen Rechner für dich eingebaut. Für gewöhnlich ist das Humankapital viel höher als das Gesamtvermögen. Er ist dein Sicherheitsanker. Zusätzlich solltest du über einen ausreichend gefüllten Notgroschen verfügen, mit dem du unvorhergesehene Kosten bezahlen kann.

Und zu guter Letzt: Die Erfahrung macht es aus. Wenn du schon einen Kursrückgang über 50 % erlebt hast, dann ist das jedenfalls eine Feuerprobe.

Vielleicht hilft das auch dir: Verlustängste versuche ich mit dem Gedanken zu vertreiben: „Was ist das Schlimmste, was passieren könnte?“. Meistens ist die Realität dann nicht so beängstigend, wie gedacht.

Natürlich ist nicht jedem eine hohe Aktienquote empfehlen. Das sollte jede auf Basis ihrer eigenen Risikoeinschätzung, des Humankapitals und der Erfahrung mit Aktien festlegen. Extra-ETF bietet einen sehr guten Rechner, der deine Risikokapazität einschätzt. Ein guter erster Hinweis, was für dich richtig sein könnte.

Welches finanzielle Ziel kann man mit ETFs erreichen?

Es klappt also nicht, mit ETFs schnell reich zu werden. Das ist bestimmt für viele ernüchternd. Welches finanzielle Ziel kannst du sonst noch erreichen?

Für die meisten ist es die Altersvorsorge. ETFs sind die beste Wahl, die Rentenlücke zu schließen. Denn über lange Zeit ist der Kaufkraftverlust stark. Du brauchst eine renditestarke Anlage, um diesen auszugleichen.

Das nächste Ziel könnte sein, schrittweise die Arbeitszeit zu reduzieren und mehr Zeit mit deiner Familie oder deiner nebenberuflichen Tätigkeit zu verbringen. Du bist also nicht mehr abhängig von deinem Arbeitgeber.

Das erlaubt dir, auch mal gegen den Strom zu schwimmen und deine eigene Meinung zu vertreten. Manche nennen das Fuck You Money. Vielleicht ist das nicht Reichtum. Doch ein Stück Freiheit.

Wie hast du dein Geld angelegt? Welches Ziel verfolgst du damit? Auf deinen Kommentar freue ich mich.

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