Altersarmut ist vorprogrammiert, wenn du diese Fehler machst! Angst vor Altersarmut für Frauen muss nicht sein mit der richtigen Vorsorge.

Altersarmut vermeiden: Machst du auch diese 7 häufigen Fehler?

Altersarmut gehört zu den großen Sorgen vieler, vor denen man lieber die Augen verschließt. Dabei ist genau das Gegenteil hilfreich! Wer sich frühzeitig mit der finanziellen Situation im Alter beschäftigt, hat die besten Chancen, nicht in die Falle Altersarmut zu tappen.

Zwar ist Altersarmut bei Frauen etwas häufiger als bei Männern. Das Problem betrifft jedoch alle. Und das Risiko der Armut für Senioren steigt sogar schneller als das aller Menschen im Durchschnitt.

Angst vor Altersarmut muss aber nicht sein. Denn du deine Rentenlücke berechnest und sie sinnvoll schließt, ist Altersarmut in der Rente kein Thema.

Vermeide vor allem die folgenden Fehler, die besonders häufig zu Armut führen, sich aber leicht vermeiden lassen!

Sparquote weniger als 20 %

Hast du schon mal deine Sparquote berechnet? Wenn sie weniger als 20 % des Einkommens beträgt, steigt dein Risiko für Altersarmut rasant, insbesondere wegen der hohen Inflationsrate.

Allgemein gilt eine Sparquote von wenigstens 20 % als genug, um ein genügend großes Polster aufzubauen, damit man im Alter nicht von Armut bedroht ist. Deutlich wird das in der 50-30-20-Regel zum Haushalten.

Dabei ist es nicht so wichtig, wie genau gespart wird. Hauptsache man spart, zum Beispiel mit ETF-Sparplänen, im Rahmen einer Immobilienfinanzierung oder in einer diversifizierten Mischung z. B. aus ETFs, Gold und Bitcoin.

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Zu spät mit dem Sparen für den Ruhestand beginnen

Ein verständlicher aber fataler Fehler! Für Berufseinsteiger liegt die Rente in so weiter Ferne, dass kaum jemand ernsthaft ans Vorsorgen denkt. Dafür ist doch später immer noch Zeit, wenn man mehr Geld verdient!

Dabei wäre es genau anders herum richtig: Schon mit dem ersten eigenen Einkommen eine Sparquote von mindestens 20 % als Grundprinzip für die eigenen Finanzen festschreiben, wie ich im vorherigen Abschnitt beschrieben habe.

Denn für die Altersvorsorge sind nicht die letzten gesparten Euro die wertvollsten, sondern die ersten – dank Zinseszinseffekt. Dabei ist es völlig egal, ob die Sparrate nur 300, 200 oder sogar nur 50 Euro beträgt. Denn auch aus kleinen Beträgen wird über einen Zeitraum von 30 oder 40 Jahren ein kleines Vermögen, wie du mit unserem Zinsrechner für monatliche Sparpläne ausrechnen kannst.

Auch im Ruhestand sollte man weiterhin eine Sparquote von wenigstens 10 % einplanen! Denn auch wenn Menschen beim Renteneintritt vielleicht noch nicht von Altersarmut betroffen sind, rutschen sie in den folgenden Jahren oft schleichend in die Armut. Schuld daran ist wieder die Inflation, die von möglichen Rentenerhöhungen kaum ausgeglichen wird.

Denn was nützt es dir, wenn dein Einkommen zu Rentenbeginn genau richtig ausfällt, zehn Jahre später aber schon mehr als 25 % seines Wertes verloren hat und nach 20 Jahren sogar fast 50 % (siehe Inflationsrechner)?

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Kein Überblick und kein Plan

Führst du schon ein Haushaltsbuch? Falls nicht, solltest du noch heute damit beginnen.

Denn ein genauer Überblick über alle Ausgaben und Einnahmen ist notwendig, um die eigenen Finanzen im Griff zu behalten. Ein Haushaltsbuch ist auch die ideale Grundlage, um eine Finanzplanung für die Zukunft aufzustellen.

Was wird mich das Wohnen in Zukunft kosten? Was die Krankenversicherung? Wie viel Geld brauche ich zum Leben, für Reisen und sonstige Annehmlichkeiten im Ruhestand? Wie hoch wird meine Rente sein? Welche zusätzlichen Einkommensquellen stehen mir zur Verfügung?

Wenn du dir diese und weitere Fragen nicht erst mit 50 oder 60 stellst, hast du viel bessere Chancen, Altersarmut wirksam vorzubeugen. Zwar ist es nie zu spät, mit dem Sparen zu beginnen, aber auch nie zu früh.

Hauskauf mit zu wenig Eigenkapital

Die eigene Immobilie ist für viele eine ideale Geldanlage und ein Weg, für den Ruhestand vorzusorgen. Denn damit bleibt man vor Mietsteigerungen verschont und baut effektiv ein Vermögen auf, anstatt die Ausgaben im gleichen Tempo wie die Einnahmen steigen zu lassen (Lifestyle-Inflation).

Aber was tun, wenn wenig oder gar kein Eigenkapital vorhanden ist? Banken erwarten oft “nur” 10 Prozent Eigenkapital oder finanzieren sogar den gesamten Kaufpreis (Vollfinanzierung), sofern das Einkommen stimmt. Das wäre jedoch ein großer Fehler, denn bei einer sehr geringen Eigenkapitalquote ist die Finanzierung gebaut wie ein Kartenhaus, und schon die kleinste Unsicherheit wie steigende Zinsen, unerwartete Ausgaben an anderer Stelle oder ein Jobverlust können den Traum platzen lassen.

Eine nicht mehr tragbare Finanzierung führt schnell zur Zwangsversteigerung (meist deutlich unter Wert). Den Rest holt sich die Bank über die Grundschuld aus dem privaten Vermögen. So stehen Hauskäufer nach einem solchen Desaster statt mit einem Haus meist mit einem Schuldenberg da. Passiert das in der zweiten Lebenshälfte, ist Altersarmut fast zwangsläufig die Folge.

Stattdessen solltest du daher eine Eigenkapitalquote von mindestens 20-30 % für die Immobilienfinanzierung einplanen. Wenn das Geld noch nicht reicht, helfen diese Tipps zum Sparen für den Hauskauf. Mehr Eigenkapital bedeutet eine geringere Kreditsumme, eine geringe Zinslast und meistens auch einen geringeren Zinssatz, weil auch die Bank weniger Risiko hat.

Kaufen oder mieten?

Gerd Kommer

Hauskauf mit zu hoher Rate

Genauso problematisch wie zu wenig Eigenkapital ist eine zu hohe monatliche Rate für die Immobilienfinanzierung. Banken setzen normalerweise voraus, dass die Rate aus Zinsen und Tilgung nicht mehr als 35 % bis maximal 40 % des Haushaltseinkommens beträgt. (Hier kannst du dein Annuitätendarlehen und die nötige Rate online berechnen).

Es wäre aber ein Fehler, diese 35-40 % auszureizen, denn so bleibt kaum Spielraum für Unvorhergesehenes. Was wenn eines der Haushaltsmitglieder den Job verliert? Wie hoch ist der Anteil der Rate dann am Haushaltseinkommen? Und was geschieht nach Ablauf der Zinsbindung (meist 10 Jahre), wenn die Zinsen plötzlich massiv steigen?

Den Fehler einer zu hohen Rate kannst du auf mehrere Arten vermeiden:

  • Von vorn herein eine geringere Rate vereinbaren, z. B. durch mehr Eigenkapital-Anteil oder eine geringere Tilgungsrate. Stattdessen können mögliche Sondertilgungen während der Laufzeit vereinbart werden, was dir später viel Flexibilität gibt.
  • Anpassungen der Tilgungsrate während der Laufzeit mit vereinbaren: In der Regel kann man mehrere kostenlose Änderungen der Tilgungsrate schon im Darlehensvertrag vereinbaren. Das gibt später Flexibilität, um auf Zwangslagen durch wegfallendes Einkommen, aber auch auf gestiegenes Einkommen reagieren zu können.

Hier findest du weitere Fehler beim Hauskauf, die du unbedingt vermeiden solltest.

Für Selbständige: Zu hohes Risiko eingehen

Für viele ist eine Firmengründung mit der eigenen Geschäftsidee ein toller Weg in ein selbstbestimmteres Berufsleben. Doch die Gründung hat viele Risiken, die man in der anfänglichen Euphorie gern übersieht, die sich aber zugleich leicht vermeiden lassen.

Circa 80 % aller Startups scheitern in den ersten 3 Jahren. Lass dich davon nicht entmutigen – sondern sorge vor und vor allem begrenze das Risiko!

Ein großer Fehler wäre es, die gesamten Ersparnisse in eine Firmengründung zu stecken und zu hoffen, das wird schon gut gehen. Schließlich habe ich ja die beste Idee aller Zeiten. Denn im Falle einer Insolvenz ist wahrscheinlich nicht nur das gesamte Vermögen der Firma futsch. Sondern für Einzelunternehmer und Personengesellschaften (z. B. GbR) steht dann sogar das gesamte private Vermögen im Risiko.

Altersarmut nach Gründung vermeiden

Diese Fehler mit der Folge drohender Altersarmut lassen sich leicht vermeiden. Und zwar so:

  1. Realistischen Businessplan aufstellen und prüfen lassen: Zum Beispiel von Gründungszentren, anderen Gründern oder Freunden und Familie. Unbeteiligten Dritten fällt es viel leichter, die Chancen, Risiken und Potenziale objektiv zu sehen. Dagegen hat man als Fan der eigenen Idee meist eine rosarote Brille auf und verdrängt Risiken.
  2. Haftungsrisiko begrenzen durch die richtige Gesellschaftsform: Mit einer GmbH oder der kleinen Schwester (UG haftungsbeschränkt) ist die Haftung und damit der mögliche Verlust auf das Gesellschaftskapital beschränkt. Bei der GmbH sind das 25.000 Euro, bei der UG sogar nur mindestens 1 Euro. Die Gründung und Buchführung kosten mit so einer Kapitalgesellschaft zwar mehr als beim Einzelunternehmen. Aber wenn nicht mal diese Kosten im Bereich von 1-2000 Euro pro Jahr wieder herein kommen, ist es ohnehin empfehlenswert, die Geschäftsidee nochmal zu überarbeiten.
  3. Chancen und Risiko teilen: Viele Gründer starten als Einzelkämpfer und stehen dafür die ganze Zeit allein da. Das kann meinst nicht funktionieren. Denn wer übernimmt den Betrieb oder steht im Laden, wenn man mal krank ist oder Urlaub machen möchte? Mitstreiter zu suchen, lohnt sich auch deshalb, weil sie Ideen und Fähigkeiten mitbringen. Außerdem verteilt sich so das finanzielle Risiko auf mehrere Schultern.

Inflation nicht auf dem Schirm

Der wohl häufigste Fehler mit Blick auf die Altersvorsorge ist wahrscheinlich, dass die Inflation nicht bedacht wird. Selbst wenn die Geldentwertung nicht immer so hoch ist wie 2023/24 mit x-y %, wird die Teuerungsrate stets dazu beitragen, dass ein Vermögen bzw. Einkommen in Zukunft viel weniger Wert ist als heute.

Beispiel: Auf dem jährlichen Rentenbescheid wird dir womöglich gerade ein Rentenanspruch von 1.500 Euro ausgewiesen. Im selben Schreiben weist die Rentenversicherung jedoch darauf hin, dass die Kaufkraft dieses Betrags wegen der Inflation in Zukunft geringer sein wird. Ein Einkommen von 3.000 Euro ist beispielsweise in 20 Jahren bei 3 % Inflationsrate nur noch 1.661 Euro wert, wie du mit unserem Inflationsrechner selbst ausrechnen kannst.

Um diesen Fehler zu vermeiden, plane am besten konservativ und berechne das wirklich notwendige Einkommen im Ruhestand mit dem Inflationsrechner. D. h. gutes Einkommen aus heutiger Sicht, Inflationsrate (wenigstens 2-3 % ansetzen) und Dauer bis zur Rente eingeben und den “zukünftigen Preis” ablesen. So viel müsstest du im Ruhestand verdienen. Eher sogar noch mehr, denn die Geldentwertung geht auch in der Rente immer weiter und erfordert ein steigendes Einkommen.

Wie sind deine Erfahrungen mit diesen und ähnlichen Armutsfallen? Und hast du noch mehr Tipps, wie sich Altersarmut wirksam vermeiden lässt? Schreib es uns gern in die Kommentare!

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